Blancpain Grande Double Sonnerie: Zwei Melodien am Handgelenk
Blancpain Grande Double Sonnerie: Zwei Melodien am Handgelenk

Blancpain Grande Double Sonnerie: Zwei Melodien am Handgelenk

Die Blancpain Grande Double Sonnerie (Referenzen 15GSQ 1513 55B und 15GSQ 3613 55B) ist eine Armbanduhr mit Grande Sonnerie, Petite Sonnerie und Minutenrepetition. Die Zeit erklingt wahlweise als Westminster-Schlag oder als eigens komponierte Melodie von Eric Singer, dem Schlagzeuger der Band KISS. Weitere Komplikationen sind ein fliegendes Tourbillon mit 4 Hz und ein retrograder Ewiger Kalender. Das Kaliber 15GSQ besteht aus 1.116 Bauteilen. Die Produktion ist auf zwei Exemplare pro Jahr begrenzt.

Überblick

Blancpain hat mit der Grande Double Sonnerie die komplexeste Uhr der Firmengeschichte vorgestellt. Nach Angaben der Manufaktur ist sie die erste Armbanduhr mit einer Grande Sonnerie, die zwei Melodien spielen kann. Die Auswahl erfolgt per Drücker am Gehäuse.

Die Entwicklung begann auf Initiative von Präsident und CEO Marc A. Hayek und dauerte acht Jahre. Sie umfasste 1.200 technische Zeichnungen und 21 angemeldete Patente, von denen 13 in die finale Werkkonstruktion eingeflossen sind. Alle Bauteile wurden in den Werkstätten der Manufaktur im Vallée de Joux entworfen, gefertigt, veredelt und montiert.

Grande Sonnerie, Petite Sonnerie und Minutenrepetition

Bis 1992 gab es keine Grande Sonnerie für das Handgelenk. Das akustische Anzeigen der Zeit blieb der Minutenrepetition vorbehalten, die nur auf Wunsch erklingt, meist durch das Betätigen eines Schiebers. Grande und Petite Sonnerie schlagen dagegen automatisch im Verlauf der Zeit.

  • Grande Sonnerie: Sie schlägt zur vollen Stunde und zu jeder Viertelstunde sowohl die Stunde als auch die Viertelstunde.
  • Petite Sonnerie: Es gibt zwei Varianten. Die einfachere schlägt nur die volle Stunde. Die komplexere schlägt volle Stunden und Viertelstunden, ohne die Stunde zu wiederholen.
  • Minutenrepetition: Sie erklingt auf Abruf.

Die Grande Double Sonnerie vereint alle drei Funktionen. Zwei separate Federhäuser versorgen das Werk: Das eine treibt das reguläre Uhrwerk an, das zweite die Grande Sonnerie, die Petite Sonnerie und die Minutenrepetition. Für die Schlagwerksfunktionen muss keine zusätzliche Feder manuell aktiviert werden.

Zwei Melodien mit vier Tönen

Bisherige Grande Sonneries folgen meist dem Zwei-Ton-Prinzip: Stunden erklingen tief, Minuten hoch, Viertelstunden als Kombination. Die Grande Double Sonnerie arbeitet stattdessen mit vier Tönen (E, G, F, B), die vier individuell arbeitende Hämmer erzeugen.

  • Westminster-Schlag: Er geht auf das Jahr 1793 und die Kirche St. Mary the Great in Cambridge zurück. Seine spätere Verwendung für den Londoner Big Ben gab ihm den heute bekannten Namen.
  • „Blancpain“-Melodie: Sie stammt von Eric Singer, Schlagzeuger der Band KISS und Uhrensammler. Er komponierte sie gemeinsam mit dem Keyboarder Derek Sherinian. Ein Schaltrad sorgt für ein geschmeidiges Umschalten zwischen den Melodien.

Zur vollen Stunde spielt die Uhr zusätzlich alle vier Viertelstunden, sodass die Melodie in voller Länge erklingt. Andere Grande Sonneries lassen die Viertelstunden zur vollen Stunde nach Angaben von Blancpain aus.

Technik des Klangs

Für eine Melodie müssen Töne und Tempo exakt abgestimmt sein:

  • Frequenzabstimmung: Die vier Klangnoten werden mit Lasertechnologie gemessen und justiert.
  • Intervalle: Auch die Abstände zwischen den Noten werden wissenschaftlich vermessen. Uhrmacher passen anschließend die Zähne im Sonnerie-Mechanismus im Bereich weniger Mikrometer an. Die Toleranz beträgt eine Zehntelsekunde.
  • Magnetregulator: Ein patentierter, lautloser Magnetregulator steuert das Tempo des Schlagwerks. Er erzeugt keine mechanischen Nebengeräusche und soll das Tempo stabiler halten als traditionelle Systeme.
  • Tonfedern aus Gold: Nach Tests mit verschiedenen Legierungen erwies sich Gold laut Blancpain als Material mit den besten akustischen Eigenschaften.
  • Akustische Membran: Eine in die Lünette integrierte Membran aus Gold überträgt den Klang vom Werk in die Umgebungsluft. Sie zählt zu den 13 integrierten Patenten.

 

Fliegendes Tourbillon

Blancpain stellte das erste fliegende Tourbillon 1989 vor. Der Käfig mit Unruh, Spirale und Hemmung wird nur von unten getragen, eine obere Brücke fehlt. In der Grande Double Sonnerie arbeitet das Tourbillon mit 4 Hz statt bisher 3 Hz. Die Unruhspirale besteht aus Silizium. Laut Blancpain bietet sie Resistenz gegenüber Magnetfeldern, geringes Gewicht, ideale Geometrie und eine konstante Amplitude, auch bei nachlassender Federkraft.

 

Retrograder Ewiger Kalender

Der Ewige Kalender wurde neu konstruiert und ohne separate Kalenderplatine direkt in das Werk integriert. Eine zusätzliche Platine hätte die offene Werkarchitektur und den Blick auf die Sonnerie beeinträchtigt.

 

  • Links: retrogrades Datum
  • Rechts: Wochentag, Monat und Schaltjahr auf zwei separaten Zifferblättern

Die patentierten Korrektoren sitzen bei Blancpain üblicherweise unter den Bandanstößen im Gehäuse. Wegen der akustischen Membran wurden sie samt Rückholfedern direkt in das Uhrwerk verlegt. Die Einstellung ist weiterhin ohne Werkzeug möglich.

 

Veredelung und Fertigung

Die Grundplatine und 26 Brücken bestehen aus 18-karätigem Gold. Die Veredelung erfolgt von Hand im Atelier für Grand Complications in Le Brassus. Dazu gehören Anglage (135 Innenwinkel), Perlage, Spiegelpolitur sowie Diamant- und Strichschliff. Die Kanten werden zuletzt mit dem Blattstiel des im Vallée de Joux wild wachsenden Enzians auf Hochglanz gebracht. Veredelt werden auch Flächen, die nur der Uhrmacher bei der Montage sieht.

Zwei Uhrmacher, Romain und Yoann, montieren die Uhr. Pro Exemplar fallen nahezu zwölf Monate Arbeit an. Die Entwicklung eines Montageplans und spezieller Werkzeuge nahm allein sechs Monate in Anspruch. Der Uhrmacher graviert seine Signatur auf die Rückseite der goldenen Blancpain-Plakette.

Etui und Personalisierung

Das Etui besteht aus Holz aus den Risoud-Wäldern im Vallée de Joux. Von dort stammt traditionell das Klangholz der Geigenbauer. Laut Blancpain dient das Etui als Resonanzfläche, die den Klang der Melodie verstärkt.

 

Jedes einzelne Exemplar kann individuell nach den Wünschen seines Trägers oder seiner Trägerin gefertigt werden – ein Ausdruck absoluter Exklusivität.

Technische Daten

  • Referenzen: 15GSQ 1513 55B / 15GSQ 3613 55B
  • Kaliber: 15GSQ, manueller Aufzug in beide Richtungen
    • Funktionen: Stunden, Minuten, Grande Sonnerie mit zwei Melodien (Westminster und Blancpain), Petite Sonnerie, Minutenrepetition, fliegendes Tourbillon, Ewiger Kalender (Wochentag, Monat, Schaltjahr, retrogrades Datum), Gangreserveanzeigen für Werk und Schlagwerk
    • Gangreserve: 96 Stunden
    • Gangreserve Schlagwerk: 12 Stunden im Grande-Sonnerie-Modus
    • Frequenz: 4 Hz
    • Werkabmessungen: 35,80 × 8,50 mm
    • Edelsteine: 67
    • Bauteile: 1.116 insgesamt, 1.053 im Uhrwerk
    • Sicherheitsmechanismen: fünf integrierte Schutzmechanismen gegen Fehlbedienung
  • Gehäuse:
    • Gehäusematerial: Rot- oder Weißgold
    • Gehäuseboden: Saphirglas
    • Abmessungen: Durchmesser: 47,00 mm, Höhe :14,50 mm, Lug-to-lug: 54,60 mm, Bandanstoßbreite: 23,00 mm
    • Wasserdichtheit: 1 bar (10 m)
  • Zifferblatt: 5N-Gold, Einlage mit Sonnenschliff in Schwarzrhodium, polierte und geschwärzte Gold-Indizes
  • Zeiger: blattförmig (Stunden, Minuten), Baton-Stil (Subdials), geschwärztes Gold
  • Armband: Alligatorleder, Farbe nach Wahl; Faltschließe in Gold
  • Auflage: zwei Exemplare pro Jahr

 

 

Über Blancpain

Blancpain, gegründet im Jahr 1735 im Schweizer Dorf Villeret, ist die älteste Uhrenmarke der Welt und ein Synonym für traditionelle Haute Horlogerie. Seit fast drei Jahrhunderten verkörpert die Manufaktur die Kunst mechanischer Uhrmacherei in ihrer reinsten Form – geprägt von Innovation, Handwerkskunst und zeitloser Eleganz.
Mit einem kompromisslosen Bekenntnis zur mechanischen Präzision verzichtet Blancpain vollständig auf Quarzwerke und widmet sich stattdessen der ständigen Weiterentwicklung komplizierter mechanischer Kaliber – von Mondphasen und Tourbillons bis hin zu Minutenrepetitionen.
Jede Blancpain-Uhr entsteht in aufwendiger Handarbeit in den Ateliers von Le Brassus und Villeret. Hier verschmelzen Tradition und Innovation zu Zeitmessern von außergewöhnlicher Schönheit, die Generationen überdauern.

 

 

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