Haben wir uns zuvor mit den Ausstellern/Herstellern aus Deutschland ausführlich befasst, besuchen wir nun ein paar ausgewählte Aussteller aus der Schweiz.
Dabei geht es nicht um große bekannte Marken aus der Swatch Group, die beharrlich allen öffentlich zugänglichen Messen fern bleibt, sondern um kleinere, meist familiengeführte Anbieter.
EBEL
EBEL ist seit Jahren ein stabiler Aussteller auf der Inhorgenta und entwickelt behutsam und mit Bedacht seine Kollektion um die berühmte Wave-Linie weiter. Die Gliederarmbänder mit der charakteristischen Wellenform sind das charmante Erkennungsmerkmal einer Uhr aus dem hause EBEL. Insbesondere dann, wenn es sich um ein Bicolor-Modell handelt, bei dem durch die abwechselnde Farbgebung von Stahl zu Gold das einzigartige Erscheinungsbild perfekt zur Geltung kommt.
In diesem Jahr hat EBEL die Sport Classic Linie um das Limited Edition Modell eines Chronographenklassikers aus den 80er Jahren erweitert und auf der Inhorgenta erstmals vorgestellt.
Atlantic
Die im Jahr 1888 gegründete und heute in Lengnau bei Grenchen ansässige Firma „Atlantic“ ist inhabergeführt und hat seinen Hauptabsatzmarkt vorrangig in Osteuropa. Atlantic setzt weniger auf modische Trends, denn auf klassische Designs zu bezahlbaren Preisen. So wurde auf der Inhorgenta der Chronograph Worldmaster Prestige Valjoux als auf 88 Stück limitierte Edition vorgestellt.
Im Gegensatz zu den meisten Anbietern von Chronographen in vergleichbarer Ausführung und Ausstattung verwendet Atlantic bei diesem Modell kein Uhrwerk von Sellita, sondern setzt das Original Valjoux 7750 in vergoldeter und mit gebläuten Schrauben versehener Ausführung ein.
Ein weiteres Highlight ist die Worldmaster Original Power Reserve, die ausgestattet mit dem Sellita SW 279-1 über besagte Gangreserveanzeige sowie eine kleine Sekunde bei 9 Uhr besitzt. Dieses Modell bietet Atlantic aktuell für knapp unter 1.000 CHF an.
Dem Namen Atlantic folgend, befindet sich in der Kollektion selbsterklärend auch eine sportlich gezeichnete Taucheruhr. Das Zifferblatt mit wellenförmiger Struktur ist in verschiedenen aktuellen Farben erhältlich. Uns hat die grüne Variante besonders angesprochen. Ausgestattet mit einem Sellita SW 200 und solidem Metallband liegt die sauber verarbeitete Uhr bei sehr wettbewerbsfähigen 840 CHF.
Squale
Beim Stand von Squale findet sich gleich der nächste Anbieter von Taucheruhren. Die Anfänge der Marke reichen ins Jahr 1959 zurück. Das Unternehmen hat sich von Anbeginn auf die Konstruktion und Fertigung von professionellen Taucheruhren konzentriert. So findet der Kunde heute ein breites Spektrum hochentwickelter Modell für die verschiedensten Anforderungen. Das Top-Modell hält dabei einem Wasserdruck bis zu 120 bar stand.
Erstaunlich dabei ist, wie Squale es schafft Uhren zu kreieren, die höchsten Druckbelastungen widerstehen, ohne dabei klobig zu wirken. Das Modell Matic S 60 Atmos ist nicht nur bis 600 Meter – sprich 60 bar – wasserdicht, es sieht auch noch gut aus und schmiegt sich harmonisch ans Handgelenk.
Festina
Unter den inhabergeführten, nicht börsennotierten Uhrenherstellern belegt Festina auf Grundlage aktuell vorliegender Daten in Europa klar die Spitzenposition. Ein Umsatz von rund einer halben Milliarde Euro bei rund 5 Mio. verkauften Uhren per anno markieren ohne jeden Zweifel die Spitzenposition. Festina verfügt über ein Mehrmarken-Portfolio (z.B. Festina, Lotus, Jaguar, Candino, Calypso, Perrelet) bei dem wir uns die Marken Festina und Perrelet etwas näher angesehen haben. Aber auch der Uhrwerkehersteller Soprod gehört zur Festina Gruppe.
Soprod expandiert als Hersteller von Quarz- und mechanischen Werken deutlich. Neben den bislang bekannten eigenen Werkekonstruktionen, wie z.B. das M100 bzw. M300 (mit >60h Gangreserve), bringt Soprod nun auch ETA-Clones auf den Markt, um Sellita dieses Feld nicht alleine zu überlassen.



Neu vorgestellt wurde das Handaufzugskaliber P054. Die technischen Daten entsprechen dabei weitgehend dem von Selitta angebotenen Kaliber SW 200-2 M

Bei der Marke Festina selbst fällt uns die neu vorgestellt hybride Smart-Watch auf. Festina hat 2019 den schwedischen Hersteller Kronaby übernommen. Kronaby als eigenständige Marke entwickelt und fertigt smarte Uhren aber auch unter dem Festina Label, die neben Display und allerlei intelligenter Funktionen eine traditionell analoge Anzeige der Zeit mittels mechanischer Zeiger bietet.
Last but not least sehen wir uns bei der Premium Marke Perrelet um, die uns mit ihren stimmigen Designs und avantgardistischen technischen Lösungen immer wieder in ihren Bann zieht.
Zum Auftakt wird uns das Modell Eleonore Vert Noble mit insgesamt 97 Diamanten und sich bei Bewegung drehendem Doppel-Rotor vorgestellt.
Das Modell Lab Peripheral ist mit einem – wie die Modellbezeichnung bereits andeutet – peripheren von der Zifferblattseite aus zu betrachtenden am äußeren Umfang, sprich peripher angeordneten Aufzugsrotor ausgestattet. Das vorgestellte Modell verfügt zudem über ein Großdatum sowie eine auf ein Hilfszifferblatt ausgelagerte zweite Zeitanzeige.
Der Klassiker von Perrelet ist und bleibt aber die Modellreihe „Turbine“. Bei diesen in vielen verschiedenen Ausführungen erhältlichen Unisex-Modelle befindet sich auf der Zifferblattseite eine in einem Präzisionskugellager laufende Turbine mit 10 Schaufeln. Bei Bewegungen des Handgelenks wird die Turbine in mehr oder weniger schnelle Drehbewegungen versetzt. Je nach Drehzahl entstehen dann, ähnlich einem Kaleidoskop, ganz unterschiedliche optische Effekte. Die Turbine hat eine rein optische Funktion und dreht sich entkoppelt vom Uhrwerk.


Favre-Leuba
Das Unternehmen Favre-.Leuba wurde 1737 gegründet, zählt zu den ältesten Schweizer Uhrenmarken und gehört damit zu den Pionieren der Schweizer Uhrmacherei. Die Marke wurde in den 2000er-Jahren neu belebt und positioniert sich heute im gehobenen Segment mit robusten, technisch ausgerichteten Sport- und Tool-Uhren. Nach mehreren Eigentümerwechseln gehört Favre-Leuba seit 2016 zu Titan Company Limited aus Indien, einem Tochterunternehmen der Tata Group, und einem der größten Uhren- und Schmuckhändler Indiens.
Favre-Leuba greift bei seinen Neuvorstellungen ganz bewusst auf historische Vorbilder zurück und frischt diese behutsam auf.
So z.B. beim Chronograph der Modellreihe Sea / Sky Revival. Ein klassischer Tricompax Chrono, bestückt mit einem Schaltrad-Chronographenwerk aus dem Hause La Joux Perret.
Auch der Chief Chronograph greift ein Modell au den 1970er Jahren auf und bringt mit einem in der Farbe Eisblau gehaltenen Zifferblatt moderne Frische ins Design. Auch dieses Modell arbeitet mit einem Chronographenkaliber aus dem Hause LJP.
Fondation Haute Horlogerie (FHH)
Auch in diesem Jahr war die die Fondation Haute Horlogerie (FHH) mit einem eigenen Stand auf der Inhorgenta präsent. Die Botschaft war einmal mehr „Uhrmacherei zum Anfassen“. Neben Workshops, die dem Zerlegen und anschließenden Montieren eines Uhrwerks gewidmet waren, wurden dem interessierten Besucher auch die einzelnen Prozessschritte präsentiert, die bis zur Fertigstellung einer mechanischen Uhr zu durchlaufen sind.
Unsere Beiträge zur Inhorgenta 2026
- Inhorgenta 2026: Zahlen – Fakten – Eindrücke
- Inhorgenta 2026: Neuheiten von bauhaus, bauhaus aviation und Zeppelin
- Inhorgenta 2026: Neuheiten von Alexander Shorokhoff und Poljot International
- Inhorgenta 2026: Neuheiten von MeisterSinger
- Inhorgenta 2026: Neuheiten von Junghans
- Inhorgenta 2026: Neuheiten von Mühle Glashütte
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- Inhorgenta 2026: Neuheiten von UMF Ruhla
- Inhorgenta 2026: Neuheiten ausgewählter Aussteller aus der Schweiz
- Inhorgenta 2026: Neuheiten ausgewählter Aussteller aus Frankreich, England, Japan und China
- Inhorgenta 2026: Unser persönliches Fazit






















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