Nachdem wir uns mit den Ausstellern/Herstellern aus Deutschland und der Schweiz ausführlich befasst hatten, besuchen wir nun einige ausgewählte Aussteller aus Frankreich, England, Japan und China.
Fears
Die Marke Fears stammt aus dem Vereinigten Königreich und wurde 1846 in London gegründet. In den Anfängen fertigte Fears Taschenuhren, ab den 1920er Jahren auch Armbanduhren. Das Unternehmen musste 1976 in Folge der Quarzkrise aufgeben und verschwand für 40 Jahre in der Versenkung bis im Jahre 2016 Nicholas Bowman-Scargill – der Ur-Ur-Ur-Enkel des ehemaligen Gründers Edwin Fear – das einstige Familienunternehmen neu belebte.
Aufsehen erregte Fears 2023 mit der Lancierung des Modells Alliance 01, einer Uhr mit springender Stunde (jumping hour), die in Zusammenarbeit mit Christopher Ward entstand. Ähnlich wie das Schweizer Start-Up CODE41 gibt Fears im Detail darüber Auskunft, woher die einzelnen Komponenten für das jeweilige Modell bezogen werden.
Die Uhr ist mit einem Sellita SW200 bestückt, welches ein eigens entwickeltes Modul zur Anzeige der springenden Stunde trägt.
Spannend ist auch das Modell Arnos Pewter Blue im zeitgenössischen Rechteck-Gehäuse. Im Inneren tickt das kompakt bauende Automatik-Kaliber Sellita SW1000-1b in einer speziell für Fears modifizierten Variante.
YEMA
Begeben wir uns von England nach Frankreich. Der in Morteau im Jura, unweit der Schweizer Grenze befindliche Uhrenhersteller YEMA hat in den vergangenen Jahren massiv investiert und u.a. ein hauseigenes Maufaktur-Kaliber mit Micro-Rotor auf den Markt gebracht. Dieses findet sich nun in mehreren Modellen der innovativen Marke.
Auch die Neuvorstellung der Wristmaster Slim Small Seconds CMM.29 Camo ist mit diesem flach bauenden Manufaktur-Kaliber ausgestattet. Bei der auf 100 Stück limitierten Version wurden die Brücken des Werkes zudem aufwendig mit Hand verziert.
Ein weiteres Highlight bei YEMA war die Navygraf Pearl CMM.20, eine Taucheruhr im Stil der 70er Jahre mit einem wunderschön schimmernden Zifferblatt aus Perlmut. Dieses Material findet sich auch in der einseitig drehbaren Lünette wieder. Eine spezielle Beschichtung soll das Material vor hoher Beanspruchung schützen.
Casio
Casio sorgte bereits geraume Zeit vor der Inhorgenta für Furore, indem der für seine elektronischen Uhren international bekannte und beachtete Hersteller sich nun auch den Bereich der Mechanik erschließen will. Casio geht nach eigenen Angaben betont vorsichtig vor und hat in einem ersten Schritt ein Modell auf den Markt gebracht, welches in Bezug auf Design, Form und Funktion sehr hohen Ansprüchen genügen sollte, dabei jedoch bewusst jegliche Experimente vermieden und auf Bewährtes zurück gegriffen. So auch das Uhrwerk. In einer ersten Serie kam das bewährte NH35 von Seiko zum Einsatz.
In der nun folgenden zweiten Generation der Edifice EFK-110D wechselt Casio auf das Kaliber 8215 von Miyota. Mit dieser Änderung kann das Gehäuse um 0,7 mm flacher gestaltet werden. Als weiteres Unterscheidungsmerkmal wandert das Datum zudem von 6 Uhr auf 3 Uhr.
Unabhängig davon, ob erste oder zweite Generation, überzeugt die Casio Edifice durch eine angesichts des Preises von EUR 279.- perfekte Haptik. Keinerlei Kanten und Ecken sowie ein sehr angenehmes Tragegefühl zeichnen diese Neuerscheinung aus.
Ciga-Design
Last but not Least haben wir ungeplanterweise bei Ciga-Design noch einen etwas längeren Stopp eingelegt. Dieser Uhrenhersteller aus China ist in mehrerlei Hinsicht bemerkenswert.
Das im Jahre 2012 vom chinesischen Designer Zhang Jianming gegründete Unternehmen ist 2021 mit dem imageträchtigen GPHG Award in der Kategorie „Challenge Watch Prize“ für sein Modell „Blue Planet“ ausgezeichnet worden.


Eine Auszeichnung die bislang fast ausschließlich teuren und exklusiven Marken und Uhrmachern vorbehalten war. Ciga-Design hat der Uhrenwelt damit nicht nur gezeigt, dass auch Uhrmacherkunst „Made in China“ mittlerweile ganz vorne mit dabei ist und das zu sehr erschwinglichen Preisen. Ciga-Design ist nun den nächsten konsequenten Schritt gegangen und hat eine Europa Niederlassung in Belgien gegründet, um den europäischen Markt von dort aus erschließen zu können.
Beeindruckend hinsichtlich Komplexität der Mechanik zur Anzeige der Uhrzeit ist auch das Modell „TIME CIPHER“
Die Minuten werden wie gewohnt an einer außen liegenden Skala abgelesen, die Stunden hingegen mittels einem auf dem Minutenzeiger befindlichen Rad, welches sich zweimal pro Tag um die eigene Achse dreht.
Ein Hingucker ist auch das Modell „Mount Everest“, bei dem sich das Tourbillon des Uhrwerks im Zentrum des Zifferblattes befindet. Die Zeitanzeige erfolgt über die beiden stilisierten Eispickel. Mangels einer Skala ist die Ablesegenauigkeit naturgemäß begrenzt und dient mehr der Orientierung.
CIGA-Design kann aber nicht nur Uhren mit unkonventioneller Zeitanzeige, sondern auch traditionelle 3-Zeiger Modelle, aber auch in diesem Fall mit außergewöhnlichem Design, wie das Modell „EDGE“.
Uhren wie jene von Ciga-Design zeigen eindrucksvoll, dass nicht nur Unternehmen in der Schweiz, wie z.B. MB&F oder Greubel-Forsey in der Lage sind, ungewöhnliche und einzigartige Zeitmesser zu realisieren. Auch in China etabliert sich langsam aber sicher eine Form der Uhrmacherei, die sehr wohl Beachtung und Respekt verdient. Mit billigem Nachbau hat das nichts mehr zu tun.
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