Fortsetzung von der „Geneva Watch Week vom 14. – 19. April 2026: Teil 1“
Die „Time To Watches“ ist ein Format, welches sich schon aufgrund der unmittelbaren Nähe zur Watches & Wonders als perfekte Ergänzung etabliert hat.
Die Villa Sarazin bietet nicht zuletzt über ihr gediegenes historisches Ambiente ein deutlich anderes Erlebnis, wie die aufwendig gestalteten und über hohe Marketingbudgets finanzierte Stände auf der Watches & Wonders in den Hallen der daneben befindlichen Palexpo.
Mehr als 80 Aussteller haben sich in diesem Jahr eingefunden, um ihre den neuesten auch auf der Watches & Wonders anzutreffenden Trends den über 10.000 Besuchern vorzustellen.
- Kleinere Gehäuse (typisch 38 – 40 mm) in Kombination mit flach bauenden Uhrwerken.
- Technisch und künstlerisch aufwendig gestaltete Zifferblätter, die oft das Ergebnis von Kooperationen mit bekannten Persönlichkeiten sind
- Große Vielfalt durch abwechselnd grelle und kräftige, aber auch pastellartige Farbtöne
- Trend zu Automatikwerken mit Mikrorotor
- Uhrwerke mit erhöhter Gangreserve
- Formgehäuse
- individuell nach Kundenwunsch gestaltete Uhren
- innovative Materialien und der wiederentdeckte Werkstoff Titan.
Bei vielen von uns auf der Time To Watches besuchten Ausstellern erhält der interessierte Uhrenliebhaber zudem das Gefühl, tatsächlich noch „Value for Money“ zu bekommen, was bei zahlreichen Konzernmarken mit ihren hohen Overhead-Kosten nicht mehr unbedingt der Fall ist.
Beispielhaft haben wir aus den über 80 auf der Time To Watches ausstellenden Firmen 5 besonders interessante Vertreter ausgewählt, davon zwei in Deutschland beheimatete Firmen, auf die wir nachfolgend kurz eingehen.
Laco (Deutschland)
Auf der Time to Watches 2026 präsentierte Laco, neben ihren Modellen der bestehenden Kollektion, zwei spannende Neuheiten.
Die Flieger PRO Grün bleibt dem klassischen Flieger-Konzept treu (große Krone, Super-LumiNova, Typ-A-/Typ-B-Layout), setzt aber mit dem neuen grünen Zifferblatt einen modernen, lässigen Akzent.



Ebenfalls interessant die Laco × Circula ProLab-Kollaboration – ein auf 170 Sets limitiertes Duo zweier traditionsreicher Pforzheimer Marken.

Die Circula Fliegeruhr überzeugt mit technischer Robustheit (antimagnetisch, hohe Kratzfestigkeit), die Laco Fieldwatch mit sandgestrahltem Gehäuse und 200 m Wasserdichtigkeit.


Beide arbeiten mit dem bewährten Sellita SW200-1- Uhrwerk. Zwei goldene Punkte auf den Böden markieren die historischen Standorte in Pforzheim. Preis des Sets: 2.390 Euro
PointTec mit den Marken Zeppelin, Ruhla und Bauhaus (Deutschland)
Die Uhren aus dem Hause PointTec bleiben ihrer klaren Linie treu: historisch inspirierte Designs, kombiniert mit solider, moderner Technik – entwickelt in Ismaning bei München und produziert am traditionsreichen thüringischen Standort Ruhla.
Beginnen wir mit einigen Modellen aus der Kollektion der Marke Zeppelin.
Zeppelin, Metropolis Chronograph mit Mondphase
Ein besonderer Fokus lag auf der neuen Metropolis-Serie, die ihr Debüt auf der Inhorgenta in München hatte. Die Kollektion interpretiert die klassische Tonneau-Form zum 120-jährigen Bestehen dieser einzigartigen und unverwechselbaren Gehäuse modern und kompakt (37 × 36 mm) mit klarem Fokus auf ein urbanes Publikum.

Erhältlich sind Varianten wie Automatic Day Date, Open Heart sowie Chronographen – teilweise mit Mondphase. Besonders gelungen wirkt die Kombination aus arabischen Ziffern, Guilloché-Zifferblättern und – je nach Modell – feinen Perlmutt-Details.

Trotz der gestalterischen Vielfalt bleibt die Serie preislich gut zugänglich und ist ab September 2026 im Handel verfügbar.
Ebenfalls neu ist die Barcelona-Serie, die uns als besonders vielseitige Ergänzung präsentiert wurde. Mit einem 38-mm-Gehäuse trifft Zeppelin genau den aktuellen Zeitgeist hin zu moderateren Größen.
Die Kollektion umfasst Automatikmodelle, Open-Heart-Varianten, Chronographen sowie Mondphasen-Uhren. Optisch fallen vor allem die Modelle mit Champagnergold-PVD-Beschichtung auf, die der Optik eine warme, elegante Note verleihen.
Ein spannendes Detail: In der 32-mm-Damenversion kommt erstmals das flache Automatikwerk Miyota 6T28 zum Einsatz – eine Seltenheit in diesem Preissegment und ein klares Signal, dass Zeppelin auch im Bereich mechanischer Damenuhren neue Wege geht.
Mit der Neuauflage der Marke Ruhla gelingt PointTec mehr als nur Nostalgie. Die Kollektion verbindet historische Authentizität mit moderner Technik und eigenständigem Design.

Die Space Control als Reminiszenz an Sigmund Jähn, den ersten Deutschen im Weltall.

Die Uhr verbindet diese Raumfahrtgeschichte mit einem modernen Design, erstmals mit integriertem Stahlband. Automatikwerk, Saphirglas und 10 ATM Wasserdichtigkeit machen sie alltagstauglich und vielseitig.
Noch robuster zeigt sich die NVA Kommando Minentaucher, inspiriert von einer militärischen Taucheruhr der 1980er-Jahre.

Mit 43 mm Gehäuse, 20 ATM Wasserdichtigkeit und Keramiklünette ist sie als funktionale Toolwatch konzipiert.

Die Marke bauhaus ist eine noch junge Linie aus dem Hause PointTec, welche Bauhaus-Design mit moderner Zugänglichkeit verbindet. Gefertigt in Ruhla, folgt sie konsequent dem Prinzip „form follows function“ und bietet ein breites Spektrum von Quarz- bis hin zu mechanischen Modellen.
Ein Schwerpunkt lag auf die Kollektion bauhaus aviation Eurofighter Typhoon.

Die Kollektion umfasst Automatik- und Quarz-Chronographen sowie Dreizeiger-Modelle und kombiniert klassische Fliegerdetails mit modernen Farben und Akzenten.

Ganz anders präsentierte sich die neue PURE-Serie, die uns als Rückbesinnung auf die Bauhaus-DNA vorgestellt wurde.

Helle Zifferblätter, feine Zeiger und dezente Farbakzente sorgen für eine elegante, minimalistische Optik.

Besonders überzeugend ist die Bandbreite:
- Automatik (inkl. Open Heart und Day-Date)
- Quarz, Solar und Chronographen
- sogar kompakte 36-mm-Varianten

Und das alles zu ausgesprochen kompetitiven Preisen, beginnend bei 249 Euro.
DONE (Schweiz)
Hinter der jungen Schweizer Marke DONE steht Thierry Clottu, dessen Konzept „Clearly Mechanical“ konsequent auf sichtbare Uhrmacherei setzt. Mit seinem Ingenieurbüro arbeitet er bereits seit 2012 für zahlreiche namhafte Schweizer Marken, bevor er 2016 mit dem eigenen Label DONE durchgestartet ist.

Im Fokus stand der erste Chronograph der Marke, der Mechanica Chrono „Nine in Ten“. Besonders auffällig: das transparente Saphirglas-Zifferblatt, das den Blick auf das modifizierte La Joux-Perret-Kaliber L100 freigibt. Mit kompakten 40 mm Durchmesser wirkt die Uhr ausgesprochen elegant.

Mit der Mechanica D01 zeigte DONE eine elegante, kompakte Damen-Automatikuhr mit Perlmutt-Zifferblatt und Sellita-Werk – absolut klassisch und von Mechanik geprägt.

Deutlich maskuliner präsentiert sich die B02 Titanium: großes Titan-Gehäuse, schwarze DLC-Beschichtung und ein vollständig skelettiertes Handaufzugswerk auf Basis des ETA 6497. Hier steht die Sichtbarkeit der Mechanik kompromisslos im Mittelpunkt.

H992 (Schweiz)
Das 2022 in La Chaux-de-Fonds gegründete Label H992 verfolgt einen klaren Ansatz: moderne, architektonisch inspirierte Gestaltung und durchweg COSC-zertifizierte Werke. Der Name H992 ist dabei Programm und bezieht sich auf die Lage von La Chaux-de-Fonds auf 992m über dem Meeresspiegel. Die Zahl 992 markiert aber auch die Zahl der produzierten verfügbaren Stückzahl eines Baumusters als Limitierung und das zu einem Preis von ebenfalls 992 CHF (Sondermodelle ausgenommen).
Die H992 × Astro, ist eine limitierte Edition (52 Stück), gestaltet vom Pariser Künstler Astro. Das Zifferblatt spielt mit optischen Illusionen und geometrischen Linien, kombiniert mit einem COSC-zertifizierten Automatikwerk.

H992 × Plonk & Replonk, ist eine humorvolle Hommage an Le Corbusier mit grafischen Elementen und „Zement“-Optik.
Automatik-Chronograph, ebenfalls COSC-zertifiziert – inklusive Standfuß aus massivem Beton als Teil des künstlerischen Konzepts.

Deutlich reduzierter zeigt sich das Serienmodell H4.2 Grey Gradient mit grauem Verlaufszifferblatt, klaren Linien und hoher Alltagstauglichkeit. Limitiert innerhalb der H4-Kollektion auf 992 Stück.

Venezianico (Italien)
Die italienische Marke Venezianico wurde von Alberto Morelli und Alessandro Morelli gegründet . Die Marke verbindet venezianisches Kulturerbe mit moderner Uhrmacherei und sorgte zuletzt mit ihrem Manufakturkaliber für Aufmerksamkeit.

Ein Highlight war die Redentore Utopia II Beta mit handguillochiertem „Marea“-Zifferblatt, gefertigt in traditioneller Technik. Im Inneren arbeitet das flach bauende Manufakturkaliber V5001 mit 60 Stunden Gangreserve.

Komplex und dennoch alltagstauglich präsentierte sich die Arsenale Calendario. Sie kombiniert Vollkalender, Gangreserve- und Tag/Nacht-Anzeige in einem vergleichsweise schlanken Gehäuse.

Sportlicher wurde es mit der Nereide GMT 39. Die kompakte Taucheruhr bietet eine echte „Traveler GMT“-Funktion, kombiniert mit moderner Optik und einer auffälligen BK7-Glaslünette.

Weiter geht unser Bericht über die „Geneva Watch Week 2026“ im Stadtgebiet von Genf, hier besuchen wir die „Chronopolis“ .
Hier der Beitrag: Die Geneva Watch Week 2026: Teil 3 – CHRONOPOLIS
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- Beiträge zum Thema Veranstaltungen im Blog des DEUTSCHEN UHRENPORTALS
- Die Geneva Watch Week 2026: Teil 1
- Die Geneva Watch Week 2026: Teil 3 – CHRONOPOLIS
- Die Geneva Watch Week 2026: Teil 4 – AHCI „Masters of Horology“







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