Die Geneva Watch Week 2026: Teil 5 – Präsentationen in Hotels und Restaurants
Die Geneva Watch Week 2026: Teil 5 – Präsentationen in Hotels und Restaurants

Die Geneva Watch Week 2026: Teil 5 – Präsentationen in Hotels und Restaurants

Last but not least finden auch in diesem Jahr zur Geneva Watch Week – noch umfangreicher als bereits in den Vorjahren – wieder Präsentationen in den zahlreichen Suiten der Hotels Beau Rivage und Four Seasons sowie weitere Veranstaltungen in Boutiquen und Restaurants rund um den Lac Léman statt.

Allein im Hotel Beau Rivage fanden sich in diesem Jahr trotz laufender Umbauarbeiten verteilt auf 5 Etagen insgesamt 54 Uhrenmarken ein. In den Gängen, Treppenhäusern und an den Liften herrschte reger Publikumsverkehr, so dass auch hier fernab der Watches & Wonders überaus großes Interesse auszumachen war.
Auf unserer Tour durch die Hotels sowie weiterer Locations haben wir einige bemerkenswerte Aussteller besucht. Eine kleine Auswahl stellen wir nachfolgend vor, darunter Hersteller aus Deutschland und der Schweiz:

Claude Meylan (Vallée de Joux, Schweiz)

Claude Meylan präsentierte uns eine besonders außergewöhnliche Neuheit: die Collection Millésime.
Die Kollektion kombiniert erstmals die für die Marke typische Skelettierung mit Elementen aus geschmolzenem Glas. Entwickelt wurde das Konzept in Zusammenarbeit mit den Glasbläsern Frédéric Taddéï und Samuel Taddéï. Das Glas wird dabei bis zur Weißglut erhitzt und exakt im Moment des Schmelzpunkts geformt, bevor es in das Zifferblatt integriert wird. So entsteht eine mineralisch lebendige Struktur, die jede Uhr zu einem einzigartigen Unikat macht.

Die Modelle verfügen über ein 42-mm-Edelstahlgehäuse und werden vom Automatikwerk ETA 2671 angetrieben (10 ½ ‘‘‘, 25 Rubine, 28.800 A/h, ca. 38 Stunden Gangreserve).

Zur Auswahl stehen vier Varianten: Die Referenz 6049 SAMM in Moosgrün mit texturiertem Opalin-Zifferblatt und Alligatorband, die Referenz 6049 SAMR in Rot mit Opalin-Zifferblatt und Lederband, die Referenz 6049 SAMB in Blau ebenfalls mit Opalin-Zifferblatt und Alligatorband sowie die Referenz 6049 SAMJ in Gelb, bei der auf eine Opalin-Einlage verzichtet wird und die Mechanik direkter sichtbar ist. Die Preise liegen je nach Ausführung zwischen etwa 5.000 und 10.000 CHF.

Die Kollektion ist darüber hinaus auf Individualisierung ausgelegt. Neben den standardmäßigen Ausführungen können kundenspezifische Gestaltungen umgesetzt werden, etwa durch 3D-Druck, Miniaturmalerei, Marqueterie oder plastische Elemente, die im Wachsausschmelzverfahren gefertigt werden.

Jaquet Droz (Swatch Group, Schweiz)

Jaquet Droz gehört heute zur Swatch Group und positioniert sich als exklusive Manufaktur für außergewöhnliche Haute Horlogerie. Seit der Übernahme im Jahr 2000 wurde die Marke konsequent im obersten Luxussegment etabliert. Gefertigt werden nur wenige hundert Uhren pro Jahr.
In Genf präsentierte sich Jaquet Droz erneut eher als Kunstmanufaktur denn als klassischer Uhrenhersteller. Statt an der Watches & Wonders teilzunehmen, lud die Maison ausgewählte Medien und Sammler zu privaten Präsentationen ein – in diesem Jahr im Restaurant Arthur’s in Genf.

The Rolling Stones Automaton

Unter dem Motto „A Disruptive Legacy“ setzt Jaquet Droz verstärkt auf individuelle Sonderanfertigungen und kunstvolle mechanische Zeitobjekte.

Im Bild zu sehen ist die The Rolling Stones Automaton. Bei diesem Modell, das in limitierter Auflage und als Unikat („1/1“) gefertigt wurde, handelt es sich um eine Hommage an die legendäre Rockband. Die Besonderheit liegt in der aufwendigen Miniaturarbeit: Auf dem Zifferblatt sind die wichtigsten Instrumente der Band detailgetreu aus Gold nachgebildet, darunter die Gitarren von Keith Richards und Ronnie Wood, das Schlagzeug von Charlie Watts sowie die Mundharmonika von Mick Jagger – Letztere nur wenige Zehntelmillimeter groß.

Das Highlight ist der Automatismus (ein mechanisches Bewegtbild), bei dem sich auf Knopfdruck eine Platte mit handgemalten Albumcovern dreht, während sich das berühmte „Zungen-Logo“ der Band bewegt.

Auf die anderen präsentierten Modelle gehen wir in diesen separaten Beitrag –  Geneva Watch Week 2026: Jaquet Droz  – näher ein.

Perrelet und die wiederbelebte Luxusmarke L.Leroy (Schweiz)

Perrelet stellte in Genf im Hotel Beau Rivage seine Neuheiten vor. Ein Highlight der Präsentation war die Turbine Casino Roulette, eine limitierte Edition, die das charakteristische Turbinenkonzept neu interpretiert.

Perrelet, Modell Turbine Casino Roulette

Durch die Bewegung des Handgelenks wird ein Miniatur-Roulette in Gang gesetzt. Das Titan-Gehäuse ist leicht und robust, während das Zifferblatt mit Roulettedesign und drehendem Element eine außergewöhnliche visuelle Tiefe erzeugt.

Automatikwerk P-331-MH

Angetrieben wird die Uhr vom hauseigenen Automatikwerk P-331-MH, das sowohl vom COSC als auch von Chronofiable® zertifiziert ist.

L.Leroy wurde 1785 in Paris gegründet und zählt zu den ältesten Uhrenmarken Frankreichs. Das Haus belieferte Könige, Kaiser und die französische Marine. Höhepunkt war das 1900 präsentierte Meisterwerk „Leroy 01“ mit 24 Komplikationen – bis in Jahr 1989 war dies die komplizierteste Uhr der Welt.
Seit 2004 gehört L.Leroy zur Festina Group. Nach einer längeren Pause erlebt die Marke unter der Leitung von Hugo Lesizza nun die lang erwartete Renaissance

Osmior Bal du Temps

Anlässlich des 240-jährigen Bestehens präsentierte L.Leroy im September 2025  die Osmior Bal du Temps – eine Hommage an die glorreiche Vergangenheit des Hauses und zugleich ein ambitionierter Neustart im Segment der Haute Horlogerie.

Handaufzugskaliber L610SQ

Die Osmior Bal du Temps Titanium von L.Leroy (43 mm, Grade-5-Titan) vereint ein fliegendes Tourbillon bei 6 Uhr mit einem Minutenrepetierer in einem skelettierten Zifferblatt. Angetrieben vom Handaufzugskaliber L610SQ (90h Gangreserve).

Mit dem Elyor präsentiert L.Leroy – auf der Geneva Watch Week 2026 – den zweiten Akt seiner Wiedergeburt.
Das 42-mm-Tambourgehäuse ist in Titan, Platin oder Rotgold erhältlich. Das Zifferblatt zeigt ein aufwendiges Clous-de-Paris-Guilloche und ein fliegendes Tourbillon bei 6 Uhr mit einer Brücke in Form des Doppel-L-Logos.

L.Leroy, Modell Elyor

Angetrieben wird die Uhr vom hauseigenen Kaliber L600 – erstmals mit einem Mikrorotor, der 60 Stunden Gangreserve bietet. Nur 50 Exemplare werden gefertigt.

Kaliber L600

 

 

Speake Marin (Schweiz)

Die unabhängige Schweizer Uhrenmanufaktur Speake Marin stellt im Rahmen der Geneva Watch Week ihre aktuellen Neuerscheinungen vor und unterstreicht damit erneut ihre Kompetenz in einer Verbindung von innovativer Uhrmacherkunst und markantem Design.

Ripples Skeleton

Zu den Highlights zählt die Ripples Skeleton, ausgestattet mit dem neuen ultraflachen Manufakturkaliber SMA07 (3,25 mm, 5 Hz). Trotz ihrer komplexen Skelettierung bleibt die Uhr mit nur 6,30 mm Gehäusehöhe außergewöhnlich schlank und bietet eine Gangreserve von 52 Stunden.

Manufakturkaliber SMA07

Mit der Ripples Kármán Line – benannt  nach dem ungarisch-amerikanischen Ingenieur und Physiker Theodore von Kármán, welcher für seine Arbeiten auf den Gebieten der Luft- und Raumfahrt bekannt war –  präsentiert Speake Marin zudem eine Interpretation moderner Uhrmacherei.

Ripples Kármán Line

Das Modell kombiniert ein nur 2,5 mm flaches Hochfrequenzkaliber (SMA06) mit einem innovativen Saphirglas-Zifferblatt, das durch seine Tiefenwirkung besticht.

Kaliber SMA06

Abgerundet wird die Kollektion durch die Dual Time Terracotta, eine funktionale Zweizeitzonen-Uhr mit markanter Farbgebung. Das Modell verfügt über ein mehrschichtiges Openworked-Zifferblatt, eine retrograde Datumsanzeige sowie ein hauseigenes Kaliber mit Mikrorotor.

Dual Time Terracotta

 

Tutima Glashütte (Deutschland)

Tutima zählt zu den traditionsreichen deutschen Uhrenmarken und wurde 1927 in Glashütte gegründet. Bekannt wurde die Manufaktur insbesondere durch ihre robusten Fliegerchronographen.
Nach der Neugründung im Jahr 2001 führt Tutima die Glashütter Uhrmachertradition mit hochwertigen mechanischen Zeitmessern fort.
Das Sortiment verbindet sportliche Funktionalität – etwa mit der Taucheruhr M2 Seven Seas – mit klassischer Handwerkskunst wie der Patria-Linie mit hauseigenem Manufakturkaliber. Damit steht Tutima heute für deutsche Präzision, traditionelle Uhrmacherei und moderne Technik gleichermaßen.

Patria, Zweizeiger-Version (Referenz 6612-21)

Vorgestellt wurde uns unter anderem die puristische Zweizeiger-Version aus der Patria-Kollektion mit der Referenz 6612-21.
Das 41 Millimeter große Gehäuse aus hochglanzpoliertem Titan Grade 5 beherbergt das hauseigene Handaufzugskaliber Tutima 617 mit einer Gangreserve von 65 Stunden. Typische Merkmale der Glashütter Feinuhrmacherei wie Dreiviertelplatine, verschraubte Goldchatons und eine handgefertigte Breguet-Spirale unterstreichen den hohen Manufakturanspruch.

Tutima Patria mit Handaufzugskaliber Tutima 617

Das tiefschwarze Zifferblatt verzichtet bewusst auf Sekundenanzeige und Minuterie und setzt stattdessen auf applizierte, diamantgeschnittene Stundenmarkierungen sowie handpolierte Zeiger. Der Preis liegt bei 8.600 Euro.

Patria, Zweizeiger-Version

Zudem gab es noch eine weitere Neuigkeit – dazu  mehr in einem gesonderten Beitrag:

Patria Sondereditionen und dem neuen Kaliber Tutima 626

 

Zeitwinkel (Schweiz)

Auch besuchten wir im Rahmen der Geneva Watch Week die unabhängige Schweizer Manufaktur Zeitwinkel im stilvollen Beau-Rivage. In persönlicher Atmosphäre wurden uns die aktuellen Modelle vorgestellt.
Im Mittelpunkt stand die neue Zeitwinkel 173°. Das transparente Saphir-Zifferblatt der Zeitwinkel 173° gibt den Blick auf zentrale Elemente des Uhrwerks frei – darunter das markante Großdatum. Die Konstruktion folgt einer klaren Idee: Funktion und Mechanik werden integraler Bestandteil des Designs.

Zeitwinkel 173°

Mit einem Durchmesser von 39,7 mm bleibt die 173° bewusst unter der 40-mm-Marke und wirkt am Handgelenk in ihren Proportionen betont ausgewogen. Das polierte Edelstahlgehäuse wird durch fein granulierte Flanken und präzise gesetzte Kanten ergänzt, was für eine dezente, aber hochwertige Tiefenwirkung sorgt.

Zeitwinkel 173°

Angetrieben wird die Uhr vom hauseigenen Kaliber ZW0103 mit mehr als 72 Stunden Gangreserve. Charakteristisch sind das ungewöhnlich bei 11 Uhr platzierte Großdatum sowie die Gangreserveanzeige. Das Werk basiert auf einer Platinen- und Brückenkonstruktion aus Neusilber und wird in aufwendiger Handarbeit dekoriert.

Kaliber ZW0103

 

Der mehrtägige Rundgang und Besuch der verschiedenen Ausstellungs- und Präsentationspunkte während der Geneva Watch Week 2026 zeigte uns, dass die Welt der Uhren eine noch nie dagewesene Vielfalt aufzuweisen hat.

Die Baselword als einstige gemeinsame Plattform für alle hat ausgedient. Die Watches & Wonders füllt diese Lücke nur zu einem Teil. Dominiert wurde die Watches & Wonders 2026 im wesentlichen von Rolex, Patek Philippe und natürlich dem Rückkehrer Audemars Piguet. Diesen Ausstellern wurde denn auch die größte mediale Aufmerksamkeit zuteil. Ausführlich besprochen wurden traditionell auch die diversen Marken des Richemont Konzerns. Aber das ist eben nur ein Ausschnitt dessen, was die Uhrenbranche aktuell zu bieten hat.

Bemerkenswert war bei allen Terminen die durchweg profunde und zeitlich aufwendig gestaltete Präsentation der Neuigkeiten sowie genereller Themen rund um das Produktportfolio und zur aktuellen Marktlage.

 

 

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3 Kommentare

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